Mundgeruch kann unser Selbstbewusstsein lähmen – verstehen Sie jetzt die Ursachen, um ihn effektiv zu bekämpfen

Mundgeruch ist ein unangenehmes Thema, über das es sich dennoch zu sprechen lohnt. Studien zufolge leidet etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung unter Mundgeruch. Trotzdem ist das weitverbreitete Problem ein Tabuthema. Wer spricht schon gerne Freunde oder Kollegen darauf an, dass sie unangenehm aus dem Mund riechen? Doch Betroffene reden nicht nur ungern über ihren schlechten Atem – sie wissen schlichtweg häufig nichts davon, da man den eigenen Atem nicht riechen kann.
Um herauszufinden, ob man selbst unter schlechtem Atem leidet, gibt es einen einfachen Trick. Dafür haucht man in seine eigene, hohle Hand oder in eine kleine, leere Plastiktüte und riecht anschließend an der ausgeatmeten Luft. Ist nun ein unangenehmer Geruch zu bemerken, gilt es, die Ursache des schlechten Atems heraus zu finden.

So entsteht Mundgeruch

Die Luft, die wir ausatmen, besteht zu 78% aus Stickstoff, zu 17% aus Sauerstoff und zu 4% aus Kohlendioxid. Der Rest von 1% sind andere Gase, wie etwa Schwefelverbindungen. Die können übel riechen. Die Gase entstehen dabei durch die Arbeit von etwa 600 verschiedenen Arten von Bakterien, die im Mund und Rachenraum leben. Sie bauen Eiweiß-Stoffe oder Nahrungsreste ab. Dadurch entstehen zunächst Aminosäuren. Werden diese wiederum von den Bakterien zersetzt, bilden sich übelriechende Gase. Ergebnis: Mundgeruch.

Ursachen für Mundgeruch sind vielfältig

In 70-90% der Fälle entsteht Mundgeruch in der Mundhöhle selbst. Dies können Auslöser für schlechten Atem sein:

Bestimmte Lebensmittel
Knoblauch oder Zwiebeln hinterlassen einen schlechten Atem. Exotisch gewürzte Chips, fette Wurst, Kaffee, Alkohol oder Tabakrauch gehören ebenfalls auf die Liste der Speisen und Genussmittel, die oft zu einem unangenehmen Geruch aus dem Mund führen.

Mangelnde Mundhygiene
Wer seine Zähne nach dem Essen nicht oder nur unzureichend putzt, bietet Krankheitserregern und Fäulnisbakterien viel Raum, um sich zu vermehren.

Gingivitis und Parodontitis
Wurde die Mundhygiene vernachlässigt, steigt auch das Risiko, dass sich das Zahnfleisch durch Bakterien entzündet. Wird die Gingivitis nicht rechtzeitig behandelt, entzündet sich auch der Zahnhalteapparat (Parodontitis).

Bakterieller Zungenbelag
Bei fast der Hälfte aller Fälle liegt die Ursache auf dem Zungenrücken. Grund: Wegen der zerklüfteten Struktur der Zungen können sich dort sehr gut Bakterien einnisten.

Zahnimplantate
An den künstlichen Rändern von Implantaten können sich sehr leicht Bakterien ansiedeln, die dann anfangen, schlecht zu riechen

Mundtrockenheit
Ausgelöst durch Stress, Alkoholkonsum oder durch Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten kann es zu Mundtrockenheit kommen. Dadurch wird der wichtige Speichelfluss eingeschränkt. Die Speicheldrüsen übernehmen die Reinigungsfunktion in unserem Mund. Ist sie eingeschränkt, erhöht sich das Risiko, dass Mundgeruch entsteht. Mehr zum Thema Mundtrockenheit finden Sie in unserem Beitrag zum Trend-Thema Ölziehen.

Mundgeruch – was tun?

Es klingt so einfach, ist aber der Königstipp schlechthin: Gegen Mundgeruch hilft gründliches Zähneputzen! Am besten zwei- bis dreimal am Tag. Auch die Verwendung von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten sollte zur täglichen Routine gehören, denn Essensreste setzen sich am liebsten in den Zahnzwischenräumen ab. Ratsam ist außerdem die Reinigung der Zunge, um die Beläge zu entfernen, die sich auf der Zunge angesammelt haben.
Um die Mundpflege abzurunden, empfehlen wir Ihnen zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung in unserer Praxis, um auch Beläge und Verfärbungen zu entfernen, die bei der täglichen Zahnreinigung nicht oder nur schwer zugänglich sind.

Schlechter Atem – wann zum Arzt?

In seltenen Fällen kann Mundgeruch allerdings auch ein Hinweis auf eine Erkrankung des Körpers sein. Insbesondere, wenn sich der Mundgeruch nicht mit ausreichender Mundhygiene beseitigen lässt, häufig und ohne einen erkennbaren Grund auftritt, sollte der Hausarzt zu Rate gezogen werden, um andere Ursachen auszuschließen.

Herzlich, Ihr Christian Urselmann

CategoryMundgesundheit
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